Worauf kommt es an?

Worauf kommt es an?

1. Den Akustiker rechtzeitig einzuschalten.

Wenn der Akustikberater bereits Einfluss auf die Rohbaukonstruktion eines Gebäudes oder auf die Form eines anspruchsvollen Auditoriums nehmen kann, so ist dies bereits der erste bedeutende Schritt zum akustischen Erfolg. Ist der Bau aber schon weit fortgeschritten, kann er, was leider oft vorkommt, nur noch durch Messungen feststellen, was man besser und häufig auch preiswerter hätte bauen können.

 

2. Schalltechnisch richtig zu bauen,

auch dann, wenn dies im Gegensatz zu einschlägigen Schallschutz-Normen stehen sollte. Normung ist notwendig, sie sollte aber niemals das Denken ersetzen!

 

3. Die Komplexität der Bauakustik zu erkennen.

Die Beratung durch langjährig erfahrene Akustiker kann nicht durch Firmenprospekte, Labor-Prüfungszeugnisse, zweifelhafte Gewährleistungen und rechnerische Nachweise des Schallschutzes (sogen. „Abhakakustik“) ersetzt werden, die lediglich dem Zweck dienen, grobe Planungsfehler bei einfachen Standardsituationen zu vermeiden. Dies ist bei einfachen Massivbauten möglich und akzeptabel, nicht jedoch bei leichten Innenausbauten und Fassaden sowie bei umfangreichen Anlagen der Technischen Ausrüstung, die eine enge Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Fachplaner erfordern.

Auch wird zuweilen auf Beratungen durch unabhängige Akustiker ganz verzichtet, um ggf. dann durch Messungen einer Schallschutz-Prüfstelle festgestellte Akustikschäden den Ausbaugewerken anzulasten, denen es nur selten gelingt, von ihnen nicht zu verantwortende Planungsmängel nachzuweisen, auch weil sie mitunter längst insolvent sind. Unzulässig hohe Nebenweg- oder Flankenübertragungen, Körperschallbrücken, fehlende Schallabsorption u.ä. sind nur einige Mängel, die im nachhinein schwer zu beheben sind.

 

4. An das akustische Wohlbefinden derjenigen zu denken,

die künftig in dem entstehenden Gebäude wohnen oder arbeiten werden. Nach unseren Erfahrungen wird die Raumakustik gegenüber der Bauakustik all zu oft stiefmütterlich behandelt, besonders in Bürogebäuden. Klagen über die "Lärmigkeit" in Büros sind genauso häufig wie die über eine mangelhafte Schalldämmung zum Nachbarraum.